Sie sind erstaunt, hier Tipps über Eichhörnchen zu finden?

Auch Eichhörnchen sind kleine Wildtiere und brauchen manchmal Hilfe - wie die Igel! Finder in und um Berlin können die verletzten oder verwaisten Hörnchen auch gern nach Rücksprache in eine unserer Stationen bringen.

Um weiteren Findern zu helfen, sind die folgenden Seiten entstanden.

Allgemein:

Ausgewachsene Eichhörnchen erreichen eine Größe zwischen 20 - 25 cm, und der Schwanz hat nochmals eine Länge von 17-20 cm. Die bis zu 500 g schweren Hörnchen sind an Bauch und Brust weiß, das übrige Fell variiert in der Farbe von schwarz über rot bis hellgelb. Zweimal jährlich kommt es zum Fellwechsel. Die Hinterbeine sind länger und kräftiger als die Vorderbeine, die Öhrchen tragen im Winter kleine Haarbüschel, die sogenannten Pinsel.

Seine starken Zähne weisen das Eichhörnchen eindeutig als Nagetier aus, und diese Zähne wachsen lebenslang weiter.

Am liebsten leben Eichhörnchen in Wäldern mit hohen Nadelbäumen, sie fühlen sich aber auch in Parks, Gärten und Laubwäldern wohl. Obwohl Eichhörnchen bis zu 12 Jahre alt werden können, leben sie heute nur selten länger als 3 Jahre. Die meisten Eichhörnchen vollenden nicht einmal ihr erstes Lebensjahr.

Bei ihren Sprüngen von bis zu 5 m Weite kommt es den tagaktiven Eichhörnchen zugute, dass sie sehr gut sehen und vor allem Entfernungen gut abschätzen können. Dabei dient ihr buschiger Schwanz den Tieren als Steuerruder, wenn sie von Ast zu Ast oder Baum zu Baum springen. Morgens verlassen sie ihre Nester, um auf Nahrungssuche zu gehen, und kehren erst abends wieder zurück. Ist es aber kalt und regnerisch, bleiben sie durchaus mal einige Tage im warmen Nest, oft auch zu dritt oder viert sich gegenseitig wärmend.

Nahrung:

Eichhörnchen gehören zu den Allesfressern, sie mögen Nadelbaumsamen, Haselnüsse, Bucheckern, Walnüsse, Eicheln, Knospen, Früchte, Wurzelknollen, Pilze - sie fressen aber auch Insekten, Schnecken, Vogeleier und mitunter junge Vögel. Für die mageren Zeiten legen die Eichhörnchen sich Vorratslager an,. in denen sie meist Nüsse und Eicheln verstecken. Leider merken sich Eichhörnchen diese Vorratslager aber nicht, sondern suchen in Hungerzeiten überall, bis sie auf ein Lager stoßen. Die nicht gefundenen Vorräte können im kommenden Frühjahr keimen und tragen dadurch zur Verbreitung von Büschen und Sträuchern bei.

Paarung / Geburt:

Gegen Ende Dezember beginnt die Paarungszeit der Eichhörnchen. Nach einigen Tagen, in denen das Männchen das Weibchen ausdauernd jagt, ist das Weibchen paarungsbereit, und etwa 38 Tage später, Ende Januar, werden zwischen 2 bis 5 Junge geboren: blind, nackt und mit einem Gewicht zwischen 8 und 10 g. Nach 10 bis 13 Tagen wächst der erste zarte Flaum, mit 3 Wochen sind die Jungen bereits dicht behaart. Die Augen öffnen sich aber erst mit ca. 4 Wochen. Im Alter von 8 Wochen verlassen die Jungen erstmals das Nest, doch noch einen weiteren Monat lang betreut die Mutter ihre Jungen, verteidigt sie gegen Feinde wie Uhu, Habicht, Bussard und Marder, und wenn das Nest bedroht scheint, zieht die Mutter auch mit ihren Jungen um.. Mit etwa 4 Monaten verlassen die Jungtiere das Nest dann für immer, doch ¾ von ihnen verhungern oder sterben aus anderen Gründen noch vor ihrem ersten Winter. Eichhörnchen können zweimal im Jahr Junge bekommen, die zweite Geburt findet meist im August statt.

Baby gefunden - was nun?

Bei Umzügen kann der Mutter schon mal ein Junges verloren gehen, meist wird aber eine Sturmbö schuld sein, wenn ein Eichhörnchenbaby plötzlich aus dem Kobel gefallen ist und unter dem Baum liegt. Bitte das Kleintier nicht sofort mitnehmen, sondern noch etwas beobachten - hat die Mutter es verloren, wird sie es holen. Ist dies nicht der Fall, ist menschliche Hilfe vonnöten.

Wichtig ist, dass Jungtiere keinesfalls austrocknen oder auskühlen dürfen. Um festzustellen, ob das Baby unterkühlt ist, berührt man es mit der Hand: das Baby sollte sich wärmer anfühlen als die eigene Hand. Ist dies nicht der Fall, gilt es zuerst, das Eichhörnchen warm zu halten. Dazu eignet sich am besten eine mit warmem Wasser gefüllte Wärmflasche (kein HEISSES Wasser), ungeeignet ist Rotlicht oder ähnliches. Bitte die Wärmflasche in einen doppelt so großen Karton/Korb und darauf ein altes Handtuch legen. So kann das Baby wegkriechen, wenn es ihm zu warm werden sollte. Um einer Austrocknung vorzubeugen, tröpfchenweise (am besten mit einer Einwegspritze) etwas Flüssigkeit (verdünnten Fencheltee mit Traubenzucker oder Honig) zuführen. Nach Erreichen der normalen Körpertemperatur kann man beginnen, das Baby zu füttern. Hierzu eignet sich bei Tieren im Alter unter 5 Wochen am besten eine Katzenwelpen-Trockenmilch (z. B. Cimilac), die mit Haferflocken und Humanbabybrei angerührt wird. Zum Füttern wird oft angeraten, eine Einwegspritze ohne Kanüle zu benutzen, nach unserer Erfahrung ist dies aber ungünstig: das Nuckeln ist hier für das Baby sehr schwierig, beim Nachschieben des Kolbens kann es zu viel Futter eingeführt werden, so dass die Gefahr besteht, dass das Baby sich verschluckt und Brei in die Lunge kommt. Dies würde zur Aspirationspneumonie und dadurch meist zum Tode des Tierchens führen. Besser ist es, zur Fütterung Aufzuchtflaschen oder sogenannte Liebensperlenflaschen zu verwenden. Hier kann das Baby direkt an dem Gummisauger lutschen - bitte den Sauger NICHT in direkt in das Mäulchen schieben, sondern nur seitlich ansetzen!

Zubereitung der Welpenaufzuchtmilch:

1 Esslöffel Katzenwelpen-Trockenmilch

1 Teelöffel Babybrei aus dem Glas (z. B. Banane, Apfel)

1 Teelöffel Kondensmilch

200 ml warmer Fencheltee

1 Teelöffel Joghurt zur Verdauungsförderung

Bitte unbedingt ein paar Tropfen Walnußöl sowie Multisanostol oder Vitacombex zuführen. Alles gut miteinander verrühren und dann lauwarm füttern. Reste können abgepackt 2 Tage im Kühlschrank verbleiben und müssen vor dem Füttern wieder aufgewärmt werden.

Auf keinen Fall darf Kuh- oder Ziegenmilch gefüttert werden - die enthaltene Laktose führt meist zu Durchfällen, der Protein-, Calcium- und Vitamingehalt entsprechen nicht den Bedürfnissen des Eichhornbabys. Fehlfütterung führt aber zu schweren medizinischen Problemen.

Gefüttert wird das Baby am besten in der Handfläche in halb liegender Stellung. Meist wird die Flasche mit beiden Vorderpfötchen umfasst, und oft kann man auch beobachten, dass das Kleine mit einem Pfötchen den Milchtritt ausführt, also gegen die Flasche oder in die Luft schlägt. Dieser Tritt bedeutet also keinesfalls, dass das Eichhörnchen satt ist! Nach der Nahrungsaufnahme bitte die Verdauung anregen, indem Sie vorsichtig die Genital- und Afterregion mit einem feuchten Tuchzipfel oder Papiertaschentuch reiben.

Babies über 7 Wochen sind dazu durchaus allein fähig, sie haben auch bereits die ersten Zähnchen, und man sollte ihnen immer wieder ein kleines Stück Zwieback anbieten: wenn sie dieses nehmen und bekauen, ist es Zeit, auf Festnahrung umzustellen. Diese sollte nun die natürliche Nahrung der Hörnchen beinhalten, also Beeren, Nüsse, Pilze, aber auch ungesüßte Kekse und Zwieback. Es ist nun an der Zeit, den Findling in ein Auswilderungsgehege zu bringen, in dem er seine Fähigkeiten weiter trainieren kann. Dorthin kann er nach der der Auswilderung zurückkehren bis er den Sprung in die Selbständigkeit geschafft hat. 

Weitere Informationen und Hilfe finden Sie bei   www.eichhoernchen-notruf.de

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